Wer davon spricht, dass die Georgier nach Abchasien (Abhkazia) umgesiedelt worden sind, irrt sich. Wird jedoch eine solche falsche Behauptung absichtlich verbreitet, ist derjenige, der sie verbreitet, ein Lügner. Die Leichtfertigkeit solcher Behauptung ist offensichtlich und zwar nicht nur, weil eine solche Behauptung gegen schon längst bekannte und bewiesene historische Tatsachen spricht, sondern auch, weil sie mit Hilfe von Toponymik ( Kunde von den Ortsnamen) jederzeit widerlegt werden kann.
Außer Städten und Dörfern gibt es noch Berge, Täler und Flüsse, die ebenfalls Namen haben. Zur Feststellung ethnischer Zugehörigkeit von Menschen, die in einer bestimmten Region lebten oder noch leben, sind solche Namen viel aussagekräftiger und wahrhaftiger.
Die Tatsache, dass die Hydronymen (Bezeichnungen von Flüssen) sich sehr selten komplett verändern, ohne dass der Ursprung nicht mehr nachvollziehbar wäre, ist den Historikern längst bekannt. Hierzu ein Beispiel:
Der Fluss "Ardon", später "Donez" und jetzt "Donau" behielt bis heute seine skifo-sarmatische Wurzel "Don". Diese Wurzel bedeutet dasselbe, was auch das uralte kolchische (zanische) Wort "skuri" oder abchaso-adigisches "psä" bedeutet und zwar - das Wasser.
Der uralte Name Sokhumi (abchasisch - Aqwa; georgisch - Sochumi; russisch - Suchumi), auch als DioSKURIa bekannt, hängt mit dem "Wasser" zusammen und bedeutet auf der Sprache der Zanen ( Kolchen), der Vorfahren heutiger Georgier, die "große Küste".
Aus den Bezeichnungen von Flüssen, die zwischen dem Fluss Enguri (georgisch Enguri; russisch Inguri), der die abchasische Autonomie von Restgeorgien "trennt" und dem Fluss Gumista, der am westlichen Rand der Stadt Suchumi ins Schwarze Meer fließt, ist es ersichtlich, dass nur zwei davon und zwar ein kleines Flüsschen "Adziqwa", das bei der Stadt Otschamtschira ins Schwarze Meer mündet und ein ebenfalls kleines Flüsschen "Dziguta", das durch Suchumi fließt, einen so genannten "apsua-adigischen" Ursprung haben. Von den restlichen 27 Flüssen im nordwestlichen Georgien haben 18 rein zanische (kolchische) und nur neun sowohl zanische als auch apsua-adigische Namen.
Die zanische Sprache ist mit der kartwelischen Sprache verwandt, woraus dann lasische, megrelische, tschanische und swanische Sprachen entstanden sind, die ihrerseits die Dialekte der heutigen georgischen Sprache darstellen. Dies beweist das Zusammenleben dieser Stämme entlang der genannten Flüsse.
Alle Berge, Berggipfel und Gebirge zwischen den Flüssen Enguri und Galidzga haben ausschließlich nur megrelische und swanische Namen bzw. Bezeichnungen. Der Teil des kaukasischen Hauptgebirges, welcher auch die Nordgrenze der abchasischen Autonomie bildet, hat insgesamt 15 Hauptschluchten. Neun davon haben rein megrelische und swanische Bezeichnungen.
Alle diese Hinweise lassen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit feststellen, welche Ethnien das historische (uralte) Territorium bewohnten, das heute als Abchasische Autonomische Republik bezeichnet wird.
Es ist allgemein bekannt, dass sich bestimmte Ereignisse und Epochen auch in jeweiliger Literatur wiederfinden lassen. Aus den Werken des berühmten persischen Dichters des 12. Jahrhunderts Afzaladdin KHAKANI (1121 - 1199), der seiner Natur nach ein abenteuerlustiger Mensch war, lässt sich entnehmen, dass er aus Liebe zu einer georgischen Frau zum Bewohner Abchasiens wurde und Georgisch sprechen lernte. Zitat:
...da ich dein schneeweißes Gesicht vermisste
sowie die Locken, die es schmücken,
ließ ich mich in Abchasien nieder und begann
Georgisch zu sprechen...
Interessant sind auch diese Worte des Dichters:
...an einem herrlichen Tag
gehe ich nach Abchasien,
wo die Georgier
mich mit offenen Türen begrüßen werden,
dessen bin ich mir sicher...
Die Geschichte lässt sich nicht auch durch das Zerstören deren Monumente revidieren!
Sogar durch Vandalismus und zwar durch das Zerstören der berühmten Brücke der Königin Tamara (1160 - 1213) - (georgisch - Tamar Mepis Hidi), die im 12 Jahrhundert errichtet wurde und so wertvoll und eigenartig ist, dass man sie zu einer der wertvollsten Schätzen unserer Zeit ernannt hat; oder durch das Zerstören der uralten georgischen Schrift von den Wänden der christlichen Kirche in Lichni (erbaut im 9. Jahrhundert n. Chr.), wird es den Vandalen auch später nicht gelingen, die Nichtexistenz einer solchen Schrift dort nachzuweisen.
Als Beweis des uralten Daseins der Georgier bleibt die bekannte "Kelasurische Mauer", die Georgier zur Verteidigung Abchasiens (georgisch: Apchaseti) von "apsua-adigischen" Horden (Vorfahren der heutigen Abchasen) gebaut hatten. Sie ist sogar heute noch so stabil, dass sie sich (trotz mehrfacher Versuche) nicht vollständig zerstören lässt. In der autonomischen Republik Abchasien gibt es unzählige derartige Monumente georgischer Kultur und Baukunst.
Heute können die Pseudohistoriker viel davon erzählen oder darüber diskutieren, wer und wann dort lebte, wer und woher später dazu kam. Deswegen habe ich mich entschieden, dies von der geographischen Seite zu erkunden, da es meiner Meinung nach der sauberste Weg wäre, dem Thema näher zu kommen.
Mein Wunsch, mit allen ursprünglichen Bewohnern Abchasiens zusammen zu leben, so wie es vor dem Jahr 1992 war, bleibt davon unberührt. Nur diese Menschen, die bis zu dem o.g. Zeitpunkt dort gelebt haben, darunter Russen, Georgier, Armenier, Abchasen, Griechen, Esten und Juden sind für mich die rechtmäßigen, wirklichen Bewohner Abchasiens.
Über den Zuwachs der ethnischen Gruppen und Volkszählungen…
Niemand wirft heute den Russen vor, die Republik Jakutien (Nordrussland) assimiliert zu haben, nur, weil sich die russische Bevölkerung dort bereits um 20 Mal (von 28 000 auf 550 000) vergrößert hat. Oder die Republik Komi, wo sich die russische Bevölkerung um mehr als 51 Mal (von 14 000 auf 722 000) vergrößert hat. In der autonomischen Republik Abchasien hat sich der Anteil der Russen um 6 Mal vergrößert.
In dem gleichen Zeitraum (1926-1989) vergrößerte sich die georgische Bevölkerung in Abchasien lediglich um 3,3 Mal.
Vom Jahr 1926 bis 1989 vergrößerte sich der Anteil der Russen in Abchasien von 1,8% auf 6,7%, der Armenier von 1,6 % auf 13,9%, aller anderen Völker von 4,8% auf 11,8 % der gesamten Bevölkerung der autonomischen Republik.
Wenn man die Daten der Volkszählungen aus dem Jahr 1886 mit den Daten des Jahres 1989 vergleicht, ergibt sich folgendes Bild:
In mehr als 100 Jahren ist die abchasische Bevölkerung in Abchasien dreimal, die russische 65,5 mal, die armenische 67,7-mal, sonstige 25,5 mal und die georgische nur siebenmal größer geworden.
Es ist vollkommen normal, dass parallel zum natürlichen Zuwachs der Bevölkerung, ein s.g. mechanischer Zuwachs stattfindet. Deswegen ist es falsch zu behaupten, dass die Georgier in den 40-er Jahren nach Abchasien umgesiedelt worden seien und der Zuwachs der georgischen Bevölkerung in Abchasien der größte von allen wäre. Hinter solchen Behauptungen steckt nicht nur die Inkompetenz deren Autoren, sondern auch pure Provokation und Falsifikation, was allerdings strafbar ist. Die Fakten, die ich oben genannt habe, sind die Beweise dafür!
Eine solche Darstellung hier bezweckt jedoch nur eins und zwar, denjenigen zu zeigen, dass man die Wahrheit kennt. Die Wahrheit, die uns allen das Recht gibt, unabhängig von Nationalität und Volkszugehörigkeit in Abchasien zu leben und sich trotz der Unterschiede gegenseitig zu respektieren.
Aus diesen Gründen kann ich mir meine Heimat ohne den Griechen, Armenier, Georgier, Abchasen, Russen und anderen dort aufgewachsenen Menschen verschiedener Nationalitäten nicht vorstellen. Deswegen kann Abchasien nie das werden, was sie einmal war. Der Tot eines Menschen war damals für uns alle eine Tragödie, so wie Freude eines anderen eine gemeinsame Freude war. Jeder von uns soll das Recht haben, die Gräber der Vorfahren jederzeit aufsuchen zu können.
Vorgeschichte des Konfliktes
Mich wundert, dass es niemand darüber spricht, was vor dem Jahr 1992 alles passiert ist. Niemand spricht über die Überfälle auf Busse in Gudauta (Westabchasien), über die Überfälle auf vorwiegend georgische Bevölkerung in den Vororten von Gudauta sowie auf der Strasse zwischen Suchumi und Sotschi (südrussische Stadt an der Grenze zu Georgien). Diese Leute wurden auf brutalste Art und Weise geschlagen und ausgeraubt. Niemand redet mehr über den organisierten Überfall der abchasischen paramilitärischen sowie militärischen Einheiten auf die georgische Schule Nr.1 in Suchumi, in der vorübergehend die Filiale der staatlichen Universität Tbilisi untergebracht war. Durch diesen barbarischen Akt sind viele junge Studenten ums Leben gekommen oder schwer verletzt worden. Alldas nur, weil diese Studenten Georgier waren und in ihrer Muttersprache studieren wollten. Diese jungen Leute haben mit bloßen Händen gegen die bis an die Zähne bewaffneten Abchasen gekämpft, um die eigene Hochschule von der Plünderung und Zerstörung zu bewahren. Niemand redet mehr über einen anderen barbarischen Akt der gleichen abchasischen Separatisten und zwar über die Zerstörung eines Monumenten, das zur Erinnerung an die Opfer, die am 9. April im Jahr 1989 in Tbilisi durch die russische Armee geschlachtet worden waren, errichtet wurde.
Niemand redet mehr über die s.g. "Abchasische Armee", was nichts anderes ist, als eine bewaffnete paramilitärische Bande, die durch Gesetz in eine "reguläre abchasische Armee" umgewandelt wurde, um die Interessen der separatistischen Regierung zu schützen. Einer der ersten Einsätze dieser "Armee" war das Zusammenschlagen des Innenministers (Georgier, G. Lominadse) Abchasiens und seine Leibwächter, die ebenfalls Georgier waren.
Derartige provokative Handlungen durch die abchasischen Separatisten gab es damals fast jeden Tag.
Heute doch redet niemand mehr darüber, dass diese Handlungen von georgischer Bevölkerung mit Schmerz und Bitterkeit geduldet wurden. Die Georgier wussten schon damals, wer hinter den Separatisten steht und taten alles Mögliche, um das Blutvergiessen zu vermeiden. Die georgische Bevölkerung hat sich nicht provozieren lassen und damit den Separatisten gezeigt, ihr schmutziges Vorhaben erkannt zu haben.
Wie Georgier die Abchaser "in die Enge getrieben" haben...
Es klingt schon amüsamt, wenn man es nur ausspricht und falls man in Georgien im Bezug auf Abchasien über das "in die Enge treiben" redet, sollte man folgendes wissen und berücksichtigen:
Erstes Beispiel:
Südossetien - Autonomie, die zu Georgien gehört;
Als in Nordossetien (Russland) keine einzige ossetische Schule gab (gibt es bis heute nicht), waren in Südossetien (Georgien) insgesamt 80 solche Schulen.
Zweites Beispiel:
In der autonomen Republik Karelien (Russland) hat man im Jahre 1989 gezählt, dass von den leitenden Politikern und hochrangigen Verwaltungsangestellten oder Wirtschaftsvertretern nur 9% Karelen sind. In der autonomen Republik Komi (Russland) sind es nur 18%, obwohl die Komis dort 23% der Gesamtbevölkerung ausmachen.
Solche Beispiele kann man in Russland sehr oft und überall finden. Ist das nicht "in die Enge treiben?" Nein, sagten russische Politiker "...es sei ganz normal, da die genannten Republiken zu der Russische Föderation gehören..."
Wie war die Situation in Abchasien (Georgien) in dieser Hinsicht?
Kann man Abchasien mit den genannten russischen Autonomien vergleichen?
Die Antworten auf diese Fragen überlasse ich Ihnen, sehr geehrte Leserschaft, mit der Bitte folgendes dabei zu berücksichtigen:
1. Abchasien ist ein uraltes (früher Kolchida) georgisches Territorium
2. Die Abchasen machten dort (bis Oktober 1993) nur 17% und die Georgier dagegen - ca. 47% der Gesamtbevölkerung aus.
3. Trotzdem waren es von den 15 Volksvertretern, die Abchasien im Parlament der dam. UdSSR vertraten, acht Abchasen (53,33%).
4. In Abchasien war unter den leitenden Politikern und Verwaltungsangestellten oder Wirtschaftsvertretern jeder Dritte ein Abchase (33 %).
5. Im Parlament Abchasien im sog. "Verchowny Sowjet", der sich aus 140 Vertreter aus allen Regionen Abchasien bildete, waren 57 Abchasen (40,7%), 53 Georgier (37,8%), 14 Russen (10%) und die restlichen 11,5 % waren zwischen Armenier, Esten, Aserbeidschaner und Juden verteilt.
6. Von insgesamt 12 Ministern waren es acht Abchasen (66,67%), in den s.g. staatlichen Komitäten waren es von acht Vorsitzenden fünf Abchasen. Von acht Staatsanwälten ebenfalls fünf Abchasen (inkl. Generalstaatsanwalt).
7. Nur in Suchumi gab es 2 (von insg. 20) rein abchasische Schulen (2 georgische, 1 armenische, restlichen - gemischte Schulen). In allen Schulen gab es die Möglichkeit, abchasische Sprache zu lernen, außerdem gab es eine Fachhochschule für abchasische Sprache und Literatur, eine abchasische staatliche Universität und einen abchasischen Fernsehsender.
All das hatte "in die Enge getriebene" 17 % der Gesamtbevölkerung Abchasien für sich! Wäre es genau so gewesen, wenn Abchasien zu russischer Föderation gehören würde...? Wohl eher nicht!!
Kurz vor dem Krieg und die ersten Kriegstagen...
Kurz vor dem Kriegsbeginn und auf Anordnung eines neuen Innenministers (Abchase, A. Anquab) wurden alle Mitarbeiter der Polizei und des Innenministeriums georgischer Nationalität entwaffnet und außer Dienst gestellt. Deren Aufgaben haben die abchasischen "Kollegen" übernommen. Dafür sind in die Hauptstadt Suchumi zusätzliche Beamte aus rein abchasischen Gebieten (Gudauta, Tquartscheli) eingereist.
Nur die wenigen wissen, dass es im Sommer 1992 zwischen W.Ardzinba (damals Parlamentsvorsitzender, 1993-2005 "Präsident Abchasiens") und E. Schewardnadse eine Einigung darüber gegeben hat, dass sich die Einheiten der "abchasischen Armee" der georgischen Armee am Fluss Inguri anschließen und nicht auf sie schießen sollten. Gemeinsam sollten sie die strategisch lebenswichtigen logistischen Wege (Bahn und Straße) sichern. Diese Sicherungsmaßnahme wurde von der russischen Regierung beharrlich gefordert: Der Weg durch Abchasien ist die einzige Möglichkeit nach Armenien zu gelangen und dorthin, wo noch die Kämpfe um Berg Karabach liefen, Waren (oder eher Waffen und Ausrüstung) zu transportieren.
Nach dem als mehrere russische Güterzüge, die nach Armenien Waren transportierten, in Abchasien gestoppt und geplündert worden waren, forderte Russland die georgische Regierung auf, dieses in Zukunft zu unterbinden und die Ordnung und Sicherheit auf dem georgischen Territorium, wozu auch Abchasien zählte, zu gewährleisten. Dies war damals nur durch Einsatz militärischer Macht (in Abchasien waren damals die Anhänger des gestürzten georgischen Präsidenten Zwiad Gamsachurdia aktiv und sorgten dort für Unruhe) möglich. Außerdem war Russland von der Organisation "Konföderation der kaukasischen Bergvölker" nicht sehr begeistert, da diese die Unabhängigkeit der tschetschenischen Republik von Russland begrüßte und alle kaukasische Völker aufrief, dem tschetschenischen Beispiel zu folgen.
Diese Organisation sicherte auch den kaukasischen Bergvölkern die militärische Unterstützung zu, falls ihre Unabhängigkeitsversuche mit militärischer Macht bekämpft werden sollten. Außerdem hatte diese Organisation die Stadt Suchumi zu ihrer Hauptstadt ernannt und dorthin ihren Hauptsitz verlegt.
Als die Einheiten der georgischen Armee Abchasien betraten, fielen sie unter massiven Beschuss der "abchasischen Armee", die sich eigentlich den Georgiern anschließen sollte. Gleichzeitig sprach W. Ardzinba im öffentlichen Fernsehen über eine Aggression Georgiens gegen den "unabhängigen abchasischen Staat" und rief alle Abchasen auf, die Georgier mit allen zur Verfügung stehenden Mittel zu bekämpfen.
Diese riesige Provokation hatte ihren Anfang gehabt. Dass die georgische Armee sich auf eigenem Territorium bewegte und dies mit seinem Einverständnis tat, hat Ardzinba wohl "vergessen". Was allerding Aggression bedeutet, wusste er anscheinend nicht:
Aggression - das gewaltsame, meist militärische Vorgehen eines Staates gegen einen anderen unter Verletzung der territorialen Integrität. Aggression im engeren Sinn setzt Gebietsverletzungen in feindlicher Absicht voraus, im weiteren Sinn auch die Drohung mit Anwendung militärischer Gewalt.
Das Angriffsverbot der Satzung der Vereinten Nationen (Art. 2 Abs. 4) verbietet "Drohung oder Anwendung von Gewalt gegen die territoriale Integrität oder politische Unabhängigkeit eines Staates oder in jeder anderen Weise, die mit den Zielen der Vereinten Nationen unvereinbar ist".
Im Art. 39 wird unterschieden zwischen Bedrohung des Friedens, Bruch des Friedens oder Angriffsakt. Strittig sind heute: bürgerkriegsähnliche Umtriebe, subversive Tätigkeiten.
Gegen Aggression ist individuelle oder kollektive Verteidigung zulässig (Art. 51 der Satzung der Vereinten Nationen, Art. 26 GG). Der Sicherheitsrat kann gegen Aggressionen einschreiten, und zwar mit friedlichen Zwangsmitteln (wirtschaftliche Sanktionen, Art. 41) oder auch militärischen Sanktionen (Art. 42), u. U. durch UN-Streitkräfte. Bei Friedensbedrohung auch Stationierung von Beobachtergruppen oder Sicherungstruppen.
Die provokative Lüge, die Ardzinba mit Hilfe der Medien verbreitete, war eine geplante Aktion, wodurch er sein eigenes Volk sowie die gesamte Bevölkerung der abchasischen Autonomie in Kriegszustand versetzte.
Der schmutzige Bürgerkrieg, indem sich Brüder gegenseitig töteten, hat begonnen...
Die georgischen Soldaten wurden überrascht und wussten zunächst nicht, wer und warum auf sie schießt. Zu diesem Zeitpunkt haben sie keinen einzigen Schuss abgefeuert. Die Anzahl der Soldaten war sehr gering, da laut der Absprache mit W. Ardzinba und der gestellten Aufgaben eine größere Anzahl nicht notwendig war. Kaum waren die georgischen Einheiten in Otschamtschira (Ostabchasien) angekommen, wurden sie unter massiven Beschuss der "abchasischen Armee" gestellt. Gleichzeitig rief W. Ardzinba zur totalen Mobilisierung aller Männer im Alter von 17 bis 47 Jahre auf.
Wie durch einen Zauberspruch wuchsen auf allen Haupt- und Nebenstrassen Blockposten und Barrikaden auf. Die georgischen Soldaten wurden gezwungen zurück zu schießen. Dadurch haben die abchasischen Separatisten das erreicht, was sie noch vor einigen Tagen auf einer Sitzung des Parlaments verkündet hatten und zwar:
...Wir (Abchasen) zwingen euch (Georgier) auf uns zu schießen... (Zurab Atschba)
Georgische Einheiten, die zu den Spezialeinheiten "Mchedrioni" und "Weiße Adler" gehörten, sind rasch und ohne weiteren Widerstand bis zur Stadt Suchumi vorgerückt und sind dort stehen geblieben. In der Nähe des Zentrums der Stadt Suchumi, bei der Erholungsanlage - "Sanatorium MWO", die für den Armeebezirk-Moskau bestimmt war, fielen sie wieder unter massiven Beschuss. Hier war erneut nicht ganz klar, wer jetzt auf die Georgier schießt. Waren das die russischen Fallschirmjäger, die ihre Erholungsanlage schützen wollten, oder sind es die Soldaten der "abchasischen Armee", die sich dort verschanzt haben. Kurz danach wurde es klar, wer nun auf die Georgier schoss - die Soldaten der "abchasischen Armee", die hinter dieser Anlage ihre erste Verteidigungslinie aufgebaut hatten.
Das Ziel dieser Aktion war den Gegenangriff der georgischen Einheiten auf die russische Erholungsanlage zu provozieren. Die Abchaser wussten, dass dort zurzeit viele Touristen waren und ein solcher Angriff viele Opfer mit sich bringen würde. Dies sollte wiederum die Russen dazu bewegen, gegen die Georgier militärisch vorzugehen. Außerdem sollte diese Aktion die Öffentlichkeit (russische und internationale) gegen die Georgier und für Abchasen stimmen. Die russischen Medien und vor allem das russische Fernsehen berichteten über große Anzahl von sog. "russischen Opfer" der "georgischen Aggression". Damit hat man den sog. Informationskrieg bereits gewonnen. Was tatsächlich in der Erholungsanlage "Sanatorium MWO" passierte, wussten die wenigen und zwar:
Worotin, Michail Konstantinowitsch - Offizier a.D. der russischen Armee, pensioniert, Augenzeuge, der dort zurzeit mit seiner Familie Urlaub machte:
..Wir lagen am Strand und genossen die Sonne. Einen Krieg konnte sich weder ich noch jemand anderer von uns vorstellen. Plötzlich hörten wir Schüsse und sahen mehrere bewaffnete Menschen herumlaufen. Wir sind sofort auf unser Zimmer gegangen. Als wir dort ankamen, fanden wir das Zimmer offen vor, alles war durchwühlt, lag durcheinander und im Zimmer befanden sich ebenfalls bewaffnete Männer. Auf unsere Frage: "Was dies sein soll?", - bekamen wir zu hören, dass es ein Krieg mit Georgiern gebe und wir schnellstmöglich verschwinden sollen. Ich wollte nur noch meine Sachen packen, von denen die Hälfte nicht mehr da war. Das ganze Geld war ebenfalls verschwunden. Zum Glück fand ich noch unsere Pässe, die ich schnell einstecken konnte. Dabei sah ich wie auf unserem Balkon ein Scharfschütze seine Position einnahm.
Rijow, Andrei Nikolaewitsch, Augenzeuge, machte dort Urlaub:
... Ich konnte von der Straße sehen wie ein Scharfschütze, der sich auf meinem Balkon bequem gemacht hatte, gezieltes Feuer eröffnete. Man hat mich vorher aus meinem Zimmer verjagt, Geld und alle Wertgegenstände abgenommen. Ich wartete unten auf der Straße, bis der Scharfschütze weggeht um meine restlichen Sachen und Papiere abzuholen. Mich überraschte, dass der Scharfschütze nicht in die Richtung schoss, wo die georgischen Soldaten waren, sondern auf die Touristen, die sich am Strand versammelten....
Diese Aktion ist geplant und vollzogen worden, um die Georgier als Mörder der russischen Touristen darzustellen und damit die russische Öffentlichkeit gegen Georgien zu stimmen und die russische Regierung zum militärischen Vorgehen gegen Georgien zugunsten abchasischer Separatisten zu zwingen. Dafür wurden vorher die abchasischen paramilitärischen Gruppen und Einheiten der "abchasischen Armee" in den verschiedenen russischen Erholungsanlagen einquartiert. Selbstverständlich konnte dies nur mit der Zustimmung der russischen Regierung passieren. Wer letztendlich für die Ermordung von russischen Touristen verantwortlich ist, kann man aus oberen Zeugenaussagen entnehmen. Bemerkenswert ist die Tatsache, dass in dem Touristenzentrum "Namens der 15 Versammlung der KPSU", indem eine georgische Einheit untergebracht worden war, keinerlei Opfer zu beklagen waren.
Als die georgische Führung verstand, in welche Falle sie gelockt wurde, zog sie sofort alle ihre Einheiten aus der Stadt Suchumi zurück, um den Urlaubern und allen die es wollten, die Möglichkeit zu geben, die Stadt zu verlassen und nicht zu den Opfern der verschanzten Separatisten zu werden. Dies aber nutzten die Separatisten dafür aus, um die georgische Bevölkerung in Suchumi zu terrorisieren. Sie plünderten georgische Häuser, setzten sie danach in Brand und richteten die Bewohner kaltblütig hin. Dadurch ist die Stadt zur Plündererherd geworden. Die geraubten Güter wurden in Lkw´n verladen und nach Gudauta (Westabchasien) gebracht. Den Krieg haben die abchasischen "Soldaten" vergessen und waren nur mit Rauben, Plündern und Morden beschäftigt.
Die abchasischen "Führer" merkten nun, dass es keine patriotisch-kämpferische Stimmung bei ihren "Soldaten" zu erkennen war. Sie fürchteten, dass durch das Ausmaß der Plünderungen und Bluttaten, die diese "Soldaten" verrichteten, ihre wahren Ziele ans Licht kommen könnten. Deswegen zogen sich ihre "Orden" von Plünderern hinter den Fluss Gumista zurück, wo sie unter den direkten Schutz der russischen Armee standen (dort war - und ist immer noch - ein strategisch sehr wichtiges, geheimes unterirdisches seismisches Laboratorium der russischen Armee).
Ein Paar Tagen später wurde die Stadt Suchumi ohne Widerstand durch die georgische reguliere Armee besetzt und die Ordnung in der Stadt wiederhergestellt. Die Einheiten wurden aber am Fluss Gumista (nach Aufforderung aus Moskau, in der es hieß: " Entweder ihre Armee bleibt am Fluss Gumista stehen oder unserer Luftwaffe bekommt den Befehl, eure Städte Tbilisi und Kutaisi zu bombardieren ",- drohte damaliger Russlands Vizepräsident A. Rudzkoiy) gestoppt und konnten somit nicht die gestellten Aufgaben erfüllen.
Am Anfang wurden die Handlungen der georgischen Armee von der Bevölkerung der Stadt Suchumi negativ aufgenommen, aber einige Tagen später ist es den Soldaten doch noch gelungen, die Achtung und Anerkennung der Bevölkerung zu gewinnen.
Die georgische Armee bestand nicht nur aus Georgiern, sondern aus Armeniern, Russen, Aserbeidschanern, Ukrainern und somit spiegelte die multinationale Bevölkerung Georgiens.
Die "abchasische Armee" war am Anfang mononational (nur Abchasen durften dort dienen). Kurz vor dem Kriegsbeginn wurde große Anzahl von der Adigen, Tschetschenen, Kabardiner (Bergvölker des Nordkaukasus), sowie Araber, Afghanen und Pakistaner nach Abchasien gebracht und in verschiedenen Hotels und Sanatorien einquartiert.
Diese Leute sind danach in die abchasische Armee aufgenommen worden.
Zu der gleichen Zeit sind in vielen Regionen des Nordkaukasus mehrere Veranstaltungen für das Abtrennen des Kaukasus von Russland und Abchasien von Georgien durchgeführt worden. Im Mai 1992 (3 Monate vor Kriegsbeginn) fand in der tschetschenischen Hauptstadt Grozny ein Kongress der Organisation "Konföderation der kaukasischen Bergvölker" statt, bei dem allen Teilnehmervölker militärische Unterstützung im Falle einer "Aggression" seitens Russlands oder Georgiens zugesichert wurde. Als Hauptstadt (Hauptsitz) der Organisation "Konföderation der kaukasischen Bergvölker " wurde die georgische Stadt Suchumi gewählt und die Präsidenten dieser Organisation (A. Schanibow und D. Dudaew) gaben schon damals zu, die Grenze der Organisation bis zum Schwarzen Meer auszubreiten zu wollen: "Durch den Sieg in Abchasien werden wir den Zugang zum Schwarzen Meer und durch den Sieg in Dagestan zum Kaspischen Meer haben", - sagte damals Präsident der Tschetschenen D.Dudaew.
Kehren wir aber zu den Ereignissen des Sommers 1992 in Abchasien zurück...
Als die georgische Armee zum Fluss Gumista ankam und aus Russland von den führenden Politiker und Militärvertreter (P.Gratschow, B.Pastuchow, A. Baburin, A. Rudzkoi) Drohungen und Warnungen folgten, blieb der georgischen Armeeführung nicht anderes übrig, als das Forcieren des Flusses zu stoppen und die Positionen den Fluss entlang einzunehmen.
Vier Tage später traf der damals noch unbekannte undheute "berühmte" Rebellenanführer (Tschetschene) Schamil Basajew in Abchasien ein. Er wurde von der GRU (Militärischer Geheimdienst Russlands) begleitet und fuhr mit seinen Kämpfern (komplett bewaffnet) in einer Buskolonne ohne jegliche Hindernisse durch ganz Südrussland bis nach Abchasien durch.
Als georgische Einheiten in Gagra ausgeschifft worden waren und die Westgrenze mit Russland sicherten, so dass terroristische Gruppen aus Russland nicht mehr nach Abchasien frei einreisen konnten, wurden in vielen russischen Städten u.a. Moskau, Sankt-Petersburg, Sotschi, Krasnodar, Rostow am Donau und vielen anderen, Anwerbestellen für Söldner geöffnet, die für Kämpfe in Abchasien auf der Seite von Separatisten angeworben werden sollten.
Die Söldner wurden auf verschiedene Art und Weise angeworben. Einige gingen für Geld kämpfen und wurden als "Kanonenfutter" in der ersten Linie eingesetzt, die anderen für Idee der Gründung des Kaukasischen Staates mit den Grenzen von Schwarzen bis zum Kaspischen Meer. Dritte, weil sie die Abchasien für Russland erkämpfen wollten und andere, um das "arme abchasische Volk" gegen georgische Aggression zu schützen. Alldas bestätigt nochmals die Tatsache, dass es damals die unterschiedlichen, manchmal gegensätzlichen Beweggründe waren, die die Söldner in den Krieg gegen Georgien bewegt haben.
...
Als Georgien nach einer sehr langen Zeit wieder zu einem unabhängigen und souveränen Staat wurde, gab es natürlich auch dort Aktionen nationalistischer Art, was für Georgien eigentlich fremd ist. Georgien war in der Zeit der UdSSR die multinationalste Republik, in der alle möglichen Glaubensarten vertreten waren und friedlich miteinander und nebeneinander lebten.
Auf der Welle der nationalen Unabhängigkeit, die durch das Massaker vom 9. April 1989 (bei dem die friedlichen Demonstranten, darunter schwangere und alte Frauen durch die russische Armee mit u.a. Pionierspaten niedergeschlagen worden waren, weil sie ein unabhängiges Georgien wollten) verursacht wurde, kam Swiad Gamsachurdia als erster Präsident Georgiens zur Macht. Seine Äußerungen und Reden wurden mit nationalem Stolz gefüllt, wodurch sie für Nichtgeorgier etwas fremd klangen.
Diese Äußerungen wurden von den bestimmten Medien aufgegriffen und falsch interpretiert bzw. kommentiert, was einen erheblichen Schaden in der Beziehung zwischen verschiedenen in Georgien lebenden Völkern verursachte. Die Aktion der russischen Armee vom 9. April 1989 zwang die Georgier zu denken, dass jeder der es möchte, zu ihnen ins Haus kommen und sie mit einem Pionierspaten niederhauen könnte. Das georgische Volk wollte solches nie wieder zulassen.
Die Politiker aus Moskau haben nicht berücksichtigt, dass es unmöglich ist, die Seele eines Volkes zu zerhauen.
Kurze historische Reportage...
Georgien befand sich schon immer auf der Fuge der unterschiedlichsten Interessen und wichtigsten Wegen. Die Vorfahren haben nicht ins Blaue hinein geschwatzt, als sie sagten: "..Wer Georgien beherrscht, der beherrscht den ganzen Kaukasus."
Georgien ist das uralte christliche Land, in welchem der erste christliche Tempel auf dem Gewande Jesus vor seiner Kreuzigung errichtet wurde und die Kirche die Nägel, die für die Kreuzigung des Gottessohnes verwendet worden, aufbewahrte und der Vorposten des Christentums von Byzanz und später von Russland war.
Nach der mehreren Epochen von erbitterten Widerstandskämpfen gegen verschiedene Eroberer für die Unabhängigkeit und den Glauben, gelang es den Georgiern einen angemessenen Platz in der Geschichte einzunehmen.
Die Georgier hatten an der Verteidigung des Gottessarges teilgenommen. Im Mittelalter betrat die georgische Armee die Stadt Jerusalem mit gehissteten Fahnen und zahlte keinen Tribut. Durch die Blüte der georgischen Kultur und Baukunst bekam das Land einen wichtigen Platz in der mittelalterlichen Welt.
Die Eroberung Georgiens von Mongolen sowie die Eroberungszüge der Araber hatten verheerende Folgen für das Land. Seine reichen materiellen Güter, seine Gold- und Silberschätze reizten die mächtigen Nachbarn. Weite Landesteile wurden verwüstet, alte Städte ausgeplündert, viele Festungen vernichtet, die Bevölkerung vertrieben. Trotz allem ist es den Georgier gelungen, ihren Glauben und ihr gutherziges Gemüt beizubehalten.
Als Russland zu einem christlichen Land wurde, dachten Georgier, dass der mächtige Nachbar, der an den selben Gott glaubt, ein Bündnis eingehen und dadurch den Georgier helfen würde, ihren Glauben und ihr Land vor fremden Kulturen und Glauben zu schützen.
Der Vertrag, der zwischen Russland und Georgien abgeschlossen wurde, beinhaltete Zusammenarbeit und gegenseitige militärische Unterstützung im Falle einer Aggression von außen. Durch diesen Vertrag sind die Araber und Osmanen auf Georgier erbittert geworden, was sie dann zu den nächsten Eroberungszügen nach Georgien bewegte, die das blutige Gemetzel von Georgiern mit sich brachten.
Russland jedoch hat nichts unternommen, um den Georgier zu helfen.
Weder Peter der Erste noch Ekaterina die Zweite sowie deren Nachfolger hatten dem kleinen Nachbarland geholfen. Die Gründe dafür waren die eigenen Interessen des russischen Imperiums und zwar, die Unabhängigkeit Georgiens sowie dort bestehende Monarchie zu vernichten. Danach sollte Georgien ein Teil des russischen Imperiums werden, in welchem statt des georgischen Königs ein russischer Statthalter regieren sollte. Infolge solche Politik sind aus Georgien dann: Tiflis-, Kutais-, Suchumi - Gouvernement geworden.
In den Schulen wurde die russische Sprache eingeführt. In den manchen Regionen sogar (z.B. Abchasien) statt georgischer - russische Schrift eingeführt. So ist aus einem unabhängigen Staat ein südrussisches Gouvernement und danach sowjetische Republik geworden.